Transienten-Thermografie

Das Prinzip

Transienten-Thermografie lässt sich zur Detektion tiefliegender Fehler auch in Materialien mit niedriger Temperaturleitfähigkeit einsetzen. Die Probe wird in einem Ofen (bei einer zerstörungsfreien Temperatur, z.B. 50°C) längere Zeit homogen aufgeheizt und anschließend in ein Normklima gebracht. Dabei erfolgt eine Aufzeichnung der Oberflächentemperatur mit einer Infrarotkamera. Weil die Probe durch Konvektion und Abstrahlung Wärme an die Umgebung abgibt, kühlt sich ihre Oberfläche ab. Wärme fließt vom Bauteilinneren zur Oberfläche. Ein Fehler, typischerweise eine Delamination oder ein Hohlraum, verhält sich wie eine thermische Barriere und behindert den Wärmefluss. Dadurch entsteht an der Oberfläche eine inhomogene Temperaturverteilung, die von der Infrarotkamera erfasst wird. In der Abkühlungsthermografie geht nur der einfache Weg vom Fehler bis zur Probenoberfläche in die Messung ein: Damit legt die Wärme im Vergleich zu anderen thermischen Verfahren nur den halben Weg zurück. Das erklärt, warum man mit dieser Methode in kurzer Zeit tiefliegende Fehler erkennen kann.

Anwendungen

Wenn eine natürliche Wärmequelle vorhanden ist (z.B. durch prozessbedingtes Aufheizen) ermöglicht die Abkühlungs-Thermografie eine komplette passive und schnelle Qualitätsüberprüfung ( z.B. Qualitätskontrolle bei furnierten Spanplatten, ...).
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